Achtung bei Auslandsimmobilien
Fallstricke beim Kauf von Auslandsimmobilien vermeiden
22.06.2005 Mit Beginn der Feriensaison steigt der Wunsch vieler Deutscher nach einer Zweitwohnung oder einem Ruhesitz im sonnigen Süden sprunghaft an. Etwa eine Million Bundesbürger besitzt bereits Immobilien im europäischen Ausland. Beim Kauf von Auslandsimmobilien gelten aber besondere Anforderungen, und auch mögliche Probleme sollten potenzielle Erwerber nicht wegen der Urlaubsstimmung einfach ausblenden.
Jahr für Jahr würden die gleichen Fehler gemacht, oftmals mit immensen finanziellen Folgen für die Betroffenen, sagt Jürgen Michael Schick vom Immobilienverband Deutschland. "Viele glauben, in Frankreich, Italien oder Spanien gelten die gleichen Bedingungen beim Kauf einer Immobilie wie in Deutschland. Doch das ist ein Irrtum." Die gesetzlichen Vorschriften für Immobilienerwerb und -besitz bleiben auch innerhalb der EU unterschiedlich. Der Verband empfiehlt, jeden Vertrag vor Unterzeichnung anwaltlich oder notariell prüfen zu lassen und sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen.
Schick verweist auch darauf, das viele der angebotenen Landhäuser bei weitem nicht ihren Preis wert sind. Um sich vor versteckten Mängeln zu schützen, sei ein Gutachten über die Bausubstanz unerlässlich. Zudem stoße der Wunsch eines An- oder Ausbaus nicht selten auf unüberwindliche Hindernisse - entweder, weil die notwendige Baugenehmigung nicht erteilt werde, oder weil die erworbene Immobilie sich als Schwarzbau entpuppe.
Auch das sollte vor Erwerb unbedingt bei der zuständigen Gemeinde abgeklärt werden, rät Schick.
Mit Blick auf mögliche Mängel bei Neubauten empfiehlt der Verbandssprecher vor der Auftragserteilung Absicherungen wie eine den gesetzlichen Vorschriften entsprechende Bankbürgschaft oder eine Versicherungspolice. Zahlungen sollten nur nach Baufortschritt erfolgen. Tabu sollte beim Kauf die so genannte Unterverbriefung sein, eine beliebte Methode in manchen Ländern, mit der Käufer und Verkäufer durch einen niedrigeren eingetragenen Kaufpreis Grunderwerbs- und Gewinnsteuer sparen. Das Risiko, ertappt zu werden, sei sehr hoch, warnt Schick.
(ddp)
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