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Gemütlichkeit unterm Dach

© ddp

Gemütlichkeit unterm Dach

21.06.2005
Längst sind Dachgeschosse nicht mehr nur Rumpelkammern oder der Platz zum Wäschetrocknen. Vor allem Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern nutzen den wertvollen zusätzlichen Wohnraum, der nicht zu Lasten der Grundstücksfläche geht, und bauen das Dachgeschoss aus. Dies ist im Vergleich zum Anbau die weitaus preiswertere Variante, mehr Platz zum Wohnen zu schaffen.

"Zuerst sollte man sich Gedanken machen, zu welchem Zweck man das Dachgeschoss ausbauen will", empfiehlt der Leipziger Diplomingenieur für Bauwesen, Peter Rauch, der zum Thema Dachausbau ein Buch geschrieben hat. Meist werde die obere Etage "salonfähig" gemacht, weil die Kinder ihr eigenes Reich haben wollen, ein Arbeitszimmer oder ein Raum für Gäste gebraucht wird. Zudem müsse dem Hausbesitzer klar sein, dass für alle Dinge, die bisher im Dachgeschoss gelagert wurden, nun ein anderer Ort nötig ist. Zu überlegen sei auch, ob das Dach generell ausbaufähig ist. Oft ist dies bei Altbauten wegen der hohen Kosten beispielsweise für die Dachabdichtung zu kostenaufwändig. Auch der Ausbau eines Daches mit vielen Ecken, Kanten und Gauben ist Rauch zufolge mit zu viel finanziellem und Arbeitsaufwand verbunden.

Eine Überprüfung der Statik sei zumindest in Einfamilienhäusern meist nicht nötig, da die Dachflächen recht klein sind, sagt der Experte. Dennoch müsse aber immer nach den gesetzlichen Vorgaben und nach DIN-Norm gebaut werden, da sonst bauliche Schäden entstehen können. In vielen Fällen wurden ihm zufolge die statischen Messungen sowie andere Vorbereitungen für den Dachausbau schon beim Errichten des Hauses gemacht. "Sind die Anschlüsse bereits gelegt, kann das Dach ausgebaut werden, wenn es die finanzielle Situation der Familie zulässt", berichtet Andreas Köpke, der Fachberater der Arbeitsgemeinschaft Wohnbau - Modernisierung in Offenau bei Heilbronn.

Bei Einfamilienhäusern werde meist auch keine baurechtliche Genehmigung benötigt, sagt er. Anders sei dies bei denkmalgeschützten Bauten und Mehrfamilienhäusern.
Wer keine zwei linken Hände hat, spart beim Dachausbau viel Geld. "Man kann fast alles selbst machen", sagt Rauch. Ausnahme seien die elektrischen Leitungen, die unbedingt vom Elektriker verlegt werden müssen. Auch ein Sanitär- und ein Heizungsfachmann werde in jedem Fall gebraucht. Ansonsten seien neben handwerklichem Geschick auch gute Ideen für den Innenausbau gefragt. Wer diese nicht hat, sollte einen Innenarchitekten engagieren.

Wichtige Profi-Tipps für den Dachgeschossausbau gibt es nach den Worten Rauchs von den technischen Beratern der Baufachmärkte. Diese hätten neben den Informationen auch das nötige Baumaterial für geschickte Heimwerker.
Ein Dachausbau ermöglicht viele Raffinessen wie etwa den Einbau einer Giebelverglasung oder von Dachgauben. Reizvoll ist auch ein Balkon. Wichtig ist, dass genügend Tageslicht durch die Fenster in die obere Etage hineinscheint. Meist entscheiden sich die Hausbesitzer deshalb für Dachflächenfenster, die vielfältig einsetzbar sind und im Vergleich zu Gauben für optimalen Lichteinfall sorgen.

Damit die neuen Räume unterm Dach durch die Sonneneinstrahlung im Sommer nicht zur Sauna werden, sollten größere Glasfronten nach den Worten Köpkes nicht nach Süden oder Südwesten ausgerichtet sein. Auch die Dämmung spiele eine wichtige Rolle. "Mineralwolldämmung wird am häufigsten verwendet", sagt der Fachmann. Teurer, aber wirksamer seien so genannte ökologische Dächer, berichtet Rauch. Dabei würden schwere, wärmespeichernde Materialien wie etwa Lehmbaustoffe verwendet, die in Kombination mit anderen Baustoffen für optimale Wärmedämmung sorgten.
Auch wenn der Dachausbau kostengünstiger als ein Neubau ist, muss sich der Hausbesitzer dennoch auf deftige Preise für seine neue Oase gefasst machen. Je nachdem, ob ein Bad integriert werden soll, wie aufwändig der Aufbau insgesamt und wie das Dach allgemein beschaffen ist, muss er durchschnittlich 800 Euro pro Quadratmeter hinlegen.
(ddp)

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